| Abschlußbericht der Ü58-Maßnahme "Inselausstellung" von Dez. 2006 bis Nov. 2009 |
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Im Dezember 06 vergab die ARGE an den P- H. Verein eine Ü 58 Maßnahme für einen Zeitraum von 3 Jahren. Zu dieser Zeit arbeitete der Verein schon an mehreren Projekten. Die „ Inselausstellung“ ist ein Projekt, welches sich mit der touristischen Aufwertung des Naherholungsgebietes Saaleauen und Saale-Inseln innerhalb der Stadt Halle befasst. Es wird in Form von Ausstellungstafeln, Tischmodellen und Wandbildern der Öffentlichkeit präsentiert. Mit der bewilligten Ü 58 Maßnahme wurde es möglich , vier Personen in diese Aufgabenbearbeitung einzubinden. Die Förderung und Finanzierung wurde durch die ARGE sichergestellt. Im Dez. 2006 wurden vorerst drei Mitarbeiter in das Projekt „Inselausstellung“ eingebunden. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Hauptaufgabe in der Präsentation und Betreuung der Wanderausstellung, die mehrere Wochen im Magistrat der Stadt Halle besichtigt werden konnte. Ein vierter Mitarbeiter konnte von der ARGE erst Ende Januar 2007 an den P.H.- Verein vermittelt werden. Seine Mitarbeit war jedoch sehr unproduktiv und von kurzer Dauer. Nach wenigen Wochen wurde sein Beschäftigungsverhältnis seitens des Vereins wieder aufgelöst. Es dauerte noch bis Ende März, bis ein neuer Ü 58ziger diese Lücke schließen konnte. Die Projektarbeit der Mitarbeiter, immer in Bezug auf die Saale-Inseln der Stadt Halle, war sehr vielseitig. Aus Überlegungen, wie man die Schönheit der Natur auf den Inseln festhalten und vielen Menschen zugänglich mache kann, entstand die Idee ein Herbarium anzulegen, über die „Pflanzen der Inseln“ Diese Arbeit wird bis zum heutigen Zeitpunkt weitergeführt. Daraus ergab sich auch das Herstellen von etlichen Pflanzenpressen. Durch zusammengetragenes Material war es möglich die Geschichte der Inseln zu erforschen,wozu lange Literaturrecherchen nötig waren.Daraus ergab sich ein Herausarbeiten von Quizz- und Ratespielen für Kinder und Jugendliche, welche bei Freizeitveranstaltungen am Peißnitzhaus zum Einsatz kommen konnten. Weiterhin wurden Inselkarten kartografisch aufbereitet, mit Sehenswürdigkeiten und besonderen Standpunkten, mit denen Inselwanderungen schon vorbereitet wurden. Eine langzeitliche Aktivität, die sich über die gesamten 3 Jahre erstreckt, soll eine Fotodokumentation werden. Am Ende werden 157 Bilder existieren, die immer am gleichen Wochentag, um die gleiche Uhrzeit, vom gleichen Standort mit dem Blick zum Peißnitzhaus, fotografiert wurden. Damit sollen die jahreszeitlichen Veränderungen, besondere Ereignisse und vielleicht Zufallstreffer Festgehalten werden. Ziel ist es, diese Fotos einmal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Während dieser Tätigkeiten wurden von der ARGE ab April zwei Mitarbeiterinnen als ABM-Kräfte An den Verein vermittelt. Sie hatten die Aufgabe, die Geschichte des Peißnitzhauses zu vervollständigen, das heißt intensiv zur Pionierarbeit während der DDR Zeit zu recherchieren. Dazu wurden u.a. in regelmäßigen Abständen „Zeitzeugentreffen“ organisiert. Das sind Treffen von Ehemaligen Pionierhausmitarbeitern, pädagogischen Mitarbeitern. Auch von älteren Menschen, die dort nach dem 2. Weltkrieg die sogenannte „Waldschule“ als Kind miterlebt haben. Daraus ergibt sich ein riesiger Fundus an Material in Form von Erzählungen, Bildmaterial und Fotos, welchen die „Zeitzeugen“ dem Verein gern mit einer gewissen Freude und Begeisterung Zukommen lassen. Wissen sie doch , dass dabei ihr Erfahrungsschatz, ihre Erlebnisse und Erinnerungen der Nachwelt erhalten bleiben, auch was ihre Rolle in der Bildung und Erziehung Von Kindern und Jugendlichen zur damaligen Zeit spielte. 2007Im Frühjahr 2007 konnte das Projekt Ü 58 die schon vorhandene „Inselausstellung“ im Amt für Jugendliche und Soziales für einige Wochen präsentieren werden. Hier wurde sie auch nach Ende der Tagesbeschäftigungszeit von den Ü 58zigern bis 18.00 Uhr betreut.Die Ausstellung dort konnte mit 12 neuen Hängebildtafeln über das Leben mit- und an der Saale und einem großen Übersichtsplan zu den geografischen Veränderungen der Saale aus den Jahren 1895; 1925 und 2005 ergänzt werden. Auch dort fand sie großen Anklang von den dortigen Mitarbeitern und dem „Publikumsverkehr“. Immer wieder gab es Bemühungen zu einer Präsentation der Ausstellung in Bildungseinrichtungen Und Einbindung in die Lehrplangestaltung entsprechender Schulklassen. Doch es scheiterte jedes Mal an den nicht vorhandenen Möglichkeiten in den Schulen, genügend Fläche zur Aufstellung der Ausstellungsstücke zur Verfügung zu haben. Für den Sommer 2007 wurde schon die nächste Inselausstellung geplant. Räumlichkeiten dazu gab es im ehemaligen Ballsaal des Zoologischen Gartens. Um den Besuchern eine ständige Erweiterung der Ausstellungstafeln zu bieten, gab es Überlegungen zu neuen und ergänzenden Themen. So z. B. Halle als Hansestadt; Flora und Fauna auf den Inseln; Flussbäder; Deutschritterorden in Halle; Steine und Stelen der Inseln; verwunschene Plätze; Kettenschifffahrt Auf der Saale. Dies alles sind Themen, die mit der historischen, wirtschaftlichen und geistig-kullturellen Entwicklung der Stadt Halle zu tun haben. Dazu waren wieder viele Stunden der Recherche im Archiv und Bibliothek notwendig. Das Besucherecho auf die qualitativ verbesserte Gestaltung der Ausstellungsobjekte war durchweg positiv. Das lässt sich auch an der hohen Besucherzahl (ca.1600) ableiten. Es gab auch Gäste, die Nur wegen der Ausstellung ein zweites Mal den Zoo besuchten, da ihr Umfang vom Inhalt her sehr zugenommen hat. Da die Ausstellung zeitlich in die Sommerferien fiel, konnten auch viele Nichthallenser sich mit Halle und ihren geschichtsträchtigen Inseln bekannt machen. Diese Ausstellung wurde von den Mitarbeitern täglich von 9.Uhr bis 18.00Uhr betreut, auch an den Wochenenden. Um zu erfahren, wie und wo das Stadtarchiv seinen umfangreichen Fundus aufbewahrt, gab es in den Sommermonaten eine Exkursion dorthin und ebenfalls eine in das Stadtmuseum im „Chr.-Wolff- Haus“ zu einer Ausstellung zur halleschen Geschichte. Ein Höhepunkt der Arbeit im Jahr 2007 war die Vorbereitung und Ausgestaltung des „Tages des Offenen Denkmals“, an dem sich auch das Inselprojekt mit einem großen Aktionstag beteiligte. Dieser Tag war am 9.September und stand unter dem Motto „Das Peißnitzhaus vor 100 Jahren“. Mitglieder des Vereins und die Ü 58ziger präsentierten das Haus und die Ausstellungen (Haus- und Inselausstellung) in historischen Kostümen und führten die interessierten Besucher stündlich durch das Peißnitzhaus. Dazu gab es „ Spiele und Belustigungen für das Volk“. Währen der stündlichen Führungen durch das P.H. und die Ausstellungen kam es zu vielen zum Ausdruck brachten. Es gab ein großes Lob zur Leistung der Projektarbeit. Um die Saale, ihre Flussbegrenzung und Uferbebauung vom Wasser aus besser zu erforschen und fotografisch festzuhalten wurde eine Schiffsfahrt geplant und Ende August als Projektarbeit auch durchgeführt Ende September gab es eine personelle Veränderung, da die ABM-Maßnahme auslief und Ende Oktober wurde ein Ü 58ziger in den Vorruhestand verabschiedet. Für die drei übrigen Ü 58 Mitarbeiter gab es wieder neue Herausforderungen in der Projektarbeit, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehen werden. Es gab Überlegungen, für die Öffentlichkeit geführte Wanderungen über die einzelnen Saale-Inseln durchzuführen. Daraus entstand wieder eine neue Idee – nämlich - zu der jeweiligen Insel einen Flyer zu erstellen, mit Texterläuterungen und eigenen fotografierten Bildern. Diese können dann an Die Teilnehmer der Wanderungen verteilt werden. Die technische Umsetzung dieses Vorhabens war für alle Ü 58ziger völliges Neuland. Langsam wurde sich, mit Erfolg, an das Problem herangetastet. Da diese Themenbereiche sehr umfangreich sind und Gebiete wie Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Flora und Fauna und Technik umfassen, wird bis zum heutigen Tag daran gearbeitet. Für die Peißnitzinsel, die Pulverweiden und die Rabeninsel liegen die Prospekte zum Verteilen vor. Um der Öffentlichkeit das interessante Schiffsleben auf dem Fluss nahe zu bringen, ist es sicher eine lohnende Aufgabe, sich mit diesem Thema etwas näher zu beschäftigen. Daraus resultierte der Gedanke auch ein Prospekt zu dem speziellen Sachgebiet „Kettenschifffahrt auf der Saale“ zu produzieren. Beim Vertiefen in dieses Thema wurde bald festgestellt, dass die Literatur dazu so umfangreich ist, dass das Format eines Flyers nicht ausreicht. Nach Sichten und Ordnen vieler Informationsmöglichkeiten wurde beschlossen, eine kleine Broschüre mit Text- und Bildfeldern daraus entstehen zu lassen. Mit den vorhandenen technischen Möglichkeiten ist ein interessantes und lehrreiches Heftchen von mehreren Seiten in A3-Format entstanden, welches auch bei Rundgängen auf den Inseln angeboten werden kann. Diese Be- und Erarbeitung zog sich über einen längeren Zeitraum hinweg. Im Frühjahr 2008 lag das Ergebnis in gebundener Form vor. Damit das Team der Ü 58ziger wieder komplett wird, wurde Mitte Dez. von der ARGE ein vierter Kollege vermittelt. Leider erkrankte er nach wenigen Tagen und schied Mitte Januar wieder aus dem Projekt aus. Diese Stelle wurde im Februar von einer neuen Kollegin besetzt. Ihr Aufgabengebiet umfasst den Bereich „Peißnitzhaus in den Jahren 1933 bis 1945.“ Um Nichthallensern aus den verschiedenen Stadtgebieten von Halle die vielen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man zu Fuß oder mit der Straßenbahn zur Peißnitzinsel gelangen kann, ist ein farbiger Plan in Arbeit. Hier sind die Routen mit Straßennamen und Haltestellen sowie ehenswürdigkeiten an den Wegen ersichtlich. Es soll eine kleine Wanderkarte, für Leute, die noch gut zu Fuß sind, entstehen. 2008Seit Februar wird jeden Monat an einem Wochenende eine Inselwanderung von den Mitarbeitern durchgeführt. Der Termin wird in der Presse bekannt gegeben, auch auf welcher Insel der Rundgang stattfindet. Die Zuhörer sind sehr interessiert und dankbar, denn sie erfahren dabei sehr viel aus der Geschichte von Halle und über Besonderheiten der einzelnen Insel. Die Dauer der Führung beträgt ca. 1 bis 1,5 Std. Bisher konnten jedes Mal 30 bis 40 Personen begrüßt werden.Im Frühjahr 2008 gab es auch Bemühungen kleinere bzw. kürzere Inselwanderungen für Heimbewohner in Alten- und Pflegeheimen anzubieten. Leider scheiterte dieser Versuch an den doch erheblichen Gebrechen der älteren Leute. Im April/Mai wurden Ausstellungen von den Mitarbeitern besucht, die sich mit der gleichen Thematik befassten, wie sie auch im Projekt bearbeitet wurden. Es war die Ausstellung in der Neuen Residenz vom „Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt“ und die Ausstellung in der Moritzkirche über den Deutschritterorden. In den folgenden Sommermonaten wurden von uns weiter die beliebten Inselwanderungen durchgeführt und zusätzlich noch Führungen durch die Inselausstellung im Peißnitzhaus für Angemeldete Gruppen und Parteien. (mit Genehmigung, dass wir das Haus betreten dürfen) Im Juli planten wir wieder ein Zeitzeugentreffen, welches am 19.6.2008 durchgeführt wurde. Dieses mal gab es für uns Ü-58ziger dabei einen „Überraschungsgast“. Ein Zeitzeuge brachte seinen Besuch, einen Gast aus Russland, anläßlich des Treffens mit. Für uns stellte es sich dann heraus, daß es der ehemalige eingesetzte Kulturoffizier für die Stadt Halle nach dem 2. Weltkrieg war. Er erzählte viel aus seinem ereignisreichem und bewegten Leben. Er ist ein sehr vielseitig gebildeter und bescheidener Mann. Es war für uns alle ein Erlebnis und eine besondere Bereicherung, diesen Menschen kennengelernt zu haben. Einen kleinen Ausschnitt aus seinem Leben erzählt der Film „Ich war Neunzehn“. Diese Begegnung mit ihm hat uns alle tief beeindruckt. Anfang August konnten wir unsere Insel-Wanderausstellung dem Halleschen Publikum im Besucherbereich des Erdgeschosses der EVH präsentieren. Der Platz stand uns bis Mitte September zur Verfügung und wurde von uns täglich wechselseitig zu den Öffnungszeiten der EVH betreut. Bis zur Eröffnung hatten wir uns das Ziel gesetzt, der Ausstellung noch zwei weiter Standtafeln hinzuzufügen. Wir fanden die Themen „Kettenschifffahrt auf der Saale“ und „Deutsch-Ritter-Orden in Halle“, in Bezug auf die Saale-Inseln, auch für die Bevölkerung interessant, was uns auch vielseitig bestätigt wurde. Nebenher liefen die Vorbereitungen zum Denkmaltag am 14. September 2008, wo viel organisiert werden mußte und jeder seine bestimmte Aufgabe hatte. Bis zum Jahresende und darüber hinaus waren wir mit Entwürfen und Fertigstellungen von fünf Flyern über die Saaleinseln beschäftigt. Sie sollten eine Ergänzung zu den Wanderungen sein, die wir den Teilnehmern aushändigten, damit sie die Informationen noch mals in Ruhe zu Hause nach- lesen können. Außerdem entstand noch eine kleine Wanderkarte rund um die Peißnitzinsel. Sie zeigt, wie Spaziergänger aus verschiedenen Teilen der Stadt die Insel erreichen können. Während des ganzen Zeitraumes wurde weiter an der Arbeit „Peißnitzhaus in den Jahren 1933 bis 1945“ geforscht. Die Fakten der Recherchen stehen natürlich auch immer im Zusammenhang der Stadtgeschichte. Es stellte sich heraus, daß das Thema so umfangreich ist, daß die Bearbeitung bis zum Ende der Maßnahme dauern wird. Das Ergebnis mit dem gesammelten Material wird aus mehreren Ordnern bestehen. 2009In den ersten Monaten des Neuen Jahres 2009 beschäftigten wir uns mit der Erarbeitung von Schautafeln über Wissenswertes rings um das Peißnitzhaus. So können sich Besucher vor Ort, beim Kaffeetrinken, über Heimatgeschichte informieren und sich nebenbei etwas weiterbilden.Präsentiert wird das Ganze in Aufstellern und Hängetafeln. Wir bekamen durchweg ein positives Echo von den Gästen des Gartenlokals und von zufälligen Spaziergängern. In der wärmeren Jahreszeit begannen wieder die altbekannten Inselwanderungen. Weiterhin beteiligten wir uns während der Waldschulfeste und ähnlichen Veranstaltungen in den Arkaden, mit kleinen Ausstellungen zu unseren Inselthemen. Zu der bekannten Serie „GEFÄHRDETE BAUDENKMALE in Sachsen-Anhalt“ leisteten auch wir einen Beitrag. Wir erarbeiteten eine Bröschüre über das durchaus erhaltenswerte Peißnitzhaus sowie über dessen gegenwärtigen Zustand. Vielleicht kann das Heftchen zur Rettung des Objektes beitragen. Auch 2009 waren wir wieder in der Vorbereitung und Durchführung des Dekmaltages tätig. (13.9.) In diesem Jahr fand die Eröffnungsveranstaltung zu diesem Tag am Peißnitzhaus statt. Es waren Vertreter der Stadt und anderer Institutionen anwesend die ihre Ansprachen hielten. Bis zum Ende der Maßnahme arbeiteten wir an der Gestaltung von Postern über die Saale-Inseln und der Herausgabe von Kalendern von selbst fotografierten Bildern, die im Zusammenhang mit den Inseln stehen. |